Die Nationalparks Kroatiens

 

 

18.05.2016  Es geht los

Heute früh ging die Reise in Hirschburg los. Da die Fahrt von der Ostsee bis Prag per Autobahn nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinreißen läßt, gibt es auch wenig zu berichten. An dem letzten Stück fehlender vierspuriger Autobahn hinter Velemin wird fleißig gebaut. Durchgehend von Dresden nach Prag soll es dann Ende 2016 auf der D8 gehen.

Zwischenstop wurde in der Nähe von Lipno gemacht. Das Ende des Stausee erfreut sich wachsender Bautätigkeit - es entstanden diverse Ferienwohnungen mit einem Yachthafen. Es wird auch heute weiter gebaut. Interessant ist der Badestrand mit einem Aquapark gleich daneben für schlechtes Wetter. Da ich ein besonderes Interesse am Böhmerwald habe, verfolge ich Veränderungen aufmerksam.

Der Ort ist für einen Zwischenstop ideal.
Morgen gehts weiter über Linz und Graz sowie an Zagreb vorbei zum NP Krka.

 

Impressionen von Lipno

Abschied vom Böhmerwald

 

 

19.05.2016

Die Fahrt ging um 5:30 Uhr weiter über Linz, Graz, Zagreb bis zur Autobahnabfahrt Sibernik.
Nur ca. 25 km in Slowenien zur kroatischen Grenze wird z.Z. das letzte Stück Autobahn gebaut. Dieses Stück ist eine einzige Baustelle. Ansonsten war das Fahren über die Autobahnen angenehm, da max. 130 kmh straffrei gestattet war. Raser gibt es überall ...

An der Grenze zu Kroatien wurden mehrmals die Papiere gefordert. Die Autobahn in Kroatien ist ausgezeichnet zu fahren. Die erlaubten Geschwindigkeiten sollte man ernst nehmen. Dunkle Fahrzeuge sind unterwegs. Man konnte an Parkplätzen diese beim Abkassieren von Rasern mehrmals beobachten.

Die Mautzettel kleben nun an der Windschutzscheibe. In Kroatien wird wie in Italien die Wegstrecke abkassiert. Von der slowenischen Grenze bis Sibernik sind es dann 20.-€. Auf der Strecke wurde mehrmals Tunnelmaut kassiert.
Gegen 15 Uhr war ich in Skradin.

 

Am Quartier Camp Marina

20.05.2016   Hurra, Kroatien erreicht

Nun bin ich im Quartier am Krka Nationalpark. In der Nähe von dem oberen Haupteingang Lozovac auf dem Camp Marina habe ich ein Zimmer genommen. Da es heute noch kein Fotowetter ist, wurden die Eingänge zu dem NP Wasserfällen genauer angeschaut.
Ab Skradin verkehren Boote des Nationalparks zum Skradinski Buk, dem beeindruckensten Wasserfall der Krka.
Diese Bootsfahrt werde ich wohl als letztes machen, da auch jetzt schon viele Reisebussen dort stehen und die kostenintensiven Parkplätze am Eingang zum NP voll waren.

Als erstes geht es morgen zum Roski slap. Ich bin heute dort vorbeigefahren. Es war ruhig dort. Schon von weitem hört man das Rauschen des Wasserfalls. Die Fahrt dorthin und die Überfahrt über dem Fluß mit dem Auto war schon ein Erlebnis. Morgen dann mehr Informationen und vor allem die Fotos dazu.

Übermorgen starte ich von dem oberen Haupteingang Lozovac. Dort ist das Parken kostenfrei und es fahren schon jetzt die Shuttelbusse zu dem Rundwanderweg Skradinski buk.

Erste Fotos von der heutigen Rundfahrt.

 

 

21.05.2016    Rund um Roski Slap im Krka - Nationalpark

 

Eine Wanderung rund um Roski Slap stand auf dem heutigen Progamm. Die kroatische Sonne konnte man heute ab 11 Uhr besonders genießen. Nach den kühleren Tagen war es angenehm, sie sollte aber auch nicht gleich mit ihrer Intensität übertreiben.

Der Ort liegt ungefähr in der Mitte des Nationalparkes. Der Wasserfall ist aber schon der zweitletzte im Lauf der Krka. Rosni Slap hat eine interessante üppige Talvegetation. Zahlreiche Wässerchen plätschern neben dem Hauptarm in den See Visovac. Überall fließt Wasser. Interessant sind die Wassermühlen, die zu besichtigen sind. Auch durch diese fließt über in Stein gehauenen Führungen auch heute noch das Wasser. Zu bemerken ist die Bezeichnung der Kaskaden. Man nennt sie wegen der silberfarbenen Kräuselung "Halsketten".

 

 

 

Der Wasserfall Roski Slap

 

Die Kaskaden von Roski Slap

Viel Wasser um Roski Slap

Rund um Roski Slap

Durch den Canyon der Cikola

 

 

 

Die Wasserfälle im Nationalpark Krka

Das Besondere an diesem Nationalpark sind die Wasserfälle. Es hat mich schon lange Zeit interessiert, einmal hier mit der Kamera durch zu wandern. Wenn ich mich richtig schlau gemacht habe, reihen sich 17 Barrieren, dutzende kleinere und ein handvoll großer Wasserfälle aneinander. Sie haben einen Höhenunterschied von bis zu 46 Meter. Der Fluß Krka erreicht zwischendurch eine Breite von über 100 Metern.
Interessant sind die Schluchten in dem porösen Gestein.  Canonartig erscheinen überall die Einschnitte des Flusses. Das Wasser erscheint angereichert durch Minerale in schillerndem Grün.

Wissenschaftlich gesehen entstanden die Kaskaden der Wasserfälle durch biodynamische, phytogene Prozesse. Der Krka ist ein sogenannter Karstfluß. Milliarden von Bakterien, Algen und Moose nehmen Sedimente aus dem kalkhaltigen Wasser auf und scheiden diese wieder aus. An Stellen mit guter Durchlüftung und leichter Durchflutung bilden sich Ansätze der Kaskaden. Der heutige Anblick entstand über Jahrtausende, sie sind aber nicht älter als 10000 Jahre, wenn sauberes Wasser, entsprechende Temperatur und aufgelöster Kalk vorhanden sind.
Das entstehende Sediment heißt Sinter oder Travertin. Daher kommt der Name für die Travertinkaskaden. Diese verändern sich ständig, ungefähr werden bei guten Bedingungen 3cm jedes Jahr abgelagert.

Das zur Einleitung. Ich hoffe, ich kann viele schöne Augenblicke festhalten.

 

 

Skradinski Buk

 

22.5.2016     Skradinski Buk

Der schönste Travertin-Wasserfall des Parkes liegt zwischen der kleinen Stadt Skradin und dem Ort Lozovac und wird mehrmals täglich von den Ausflugsbooten angefahren. Die Bootsfahrt ist inclusive, wenn das Eintrittsgeld bezahlt ist. Aus gutem Grund: Die 800 m lange 17-Stufige Felsformation, über die das Wasser hier fließt ist nicht nur eine Augenweide sondern der Legende nach auch Heimat von Elfen, Kobolden und Wassergeistern. Bei der Schneeschmelze donnern hier bis zu 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über den Karstgrund und die Felsen. Dieser imposante, gewaltige und doch romantische Wasserfall dient nicht nur als Kulisse für zahlreiche Urlaubsfotos und Postkartenmotive sondern erfreut auch Badegäste und Strandbesucher, die sich am Ufer dem Vergnügen hingeben. So auch heute bei strahlendem Sonnenschein.

Ich habe nicht das Boot genommen. In Lozovac gibt es den oberen Haupteingang. Es fahren Pendelbusse hinunter zu dem Wasserfall, die auch im Eintrittspreis inclusive sind. Als ich morgens startete gegen 9 Uhr war alles noch sortiert, die mit mir wandernden Naturfreunde waren gezählt. Es gibt einen Holzsteg als Rundweg mitten durch die Wassermassen, denn auch hier fließen neben dem Hauptstrom unendlich viele Wasserläufe. Ich habe schon lange nicht so viel strömendes Wasser gesehen, teilweise mit krachendem Getöse hinabstürzend, dann wieder friedlich leicht fließend, wo dann die Forellen stehen sieht. Wassernatur pur! Faszinierend dann der Skradinski Buk ...

Nach der Mittagspause machte ich diesen Weg noch ein Mal. Der Sonnenblick hat sich verändert. Es veränderte sich auch die Anzahl der Touristen. Ich dachte, jetzt im Mai bin ich "alleine" unterwegs - hier an diesem Ort aber nicht!

 

 

Dieser ruhige See als verbreiteter Fluß befindet sich oberhalb des Skrandiski Buk. Links oben auf dem Foto geht der Krka weiter und dann stürzen die Wassermassen mit Getöse herunter.

Von hier fahren Ausflugsdampfer in den Visovac-See mit Halt an der Insel mit Kloster und Kirche sowie weiter nach Roski slap.

 

 

Rund um Skradinski Buk

 

Da viele Filmstücke hier gedreht worden sind, läßt Winnetou und Old Shatterhand grüßen.

Oberhalb des Wasserfalls

 

 

23.5.2016    Am Wasserfall Manojlovac

Die höchstgelegene Kaskardenformation beinhaltet zugleich auch einen der höchsten Wasserfälle. Bis zu 32 Meter in der Höhe messen die Stufen, die insgesamt fast 60 Meter überwinden. Hier fließen mehrere kleine Wasserarme und Abzweigungen zu einem großen Wasserfall zusammen und Beobachter sind immer wieder verzückt davon, wie auf wenigen Metern aus dem romantischen Geplätscher und sanften Gegurgel ein brausender Wasserfall wird.

Heute wanderte ich rund um diesen Wasserfall. Diesen von oben zu bewundern ist kein Problem. Ausgeschildert findet man die offiziellen Plattformen. Mein Wunsch war es, den Punkt zu erreichen, wo das Wasser mit dem Getöse aufschlägt. Um es vorneweg zu nehmen, ich habe es nicht geschafft. Es soll aber einen schmalen Wanderweg geben, meinte der Parkmitarbeiter ... und schaute uns mitleidig an, denn diesen Wunsch hatten vor Ort auch andere.

So ging ich auf eigene Suche und fand einen kleinen unscheinbaren Weg. Kurz gesagt, ich kam nur bis zur Hälfte, da wo das Wasser den Wasserfall zuläuft. Ich war ganz stolz, diesen Ort erreicht zu haben. Gleichzeitig war ich bischen traurig, nicht den Weg des ganz steilen Abstieg nach ganz unten gefunden zu haben.

 

Oberhalb des Wasserfalls

 

 

 

Das Wasser fließt noch ruhig durch die wilde Natur.
Es ist der obere Rand des Wasserfalls. Danach krachen die Wassermassen herunter.
Leider hatte ich meine Badeschuhe nicht mit, sonst hätte ich mir den Rand etwas genauer angeschaut ...

 

 

Rund um den Manojlovac Wasserfall

Römischer Torbogen

 

 

Gleich neben dem oberen Aussichtspunkt steht dieses Zeugnis der alt-römischen Zeit.

 

 

Blick auf die Adria bei Sibenik

 

24.5.2016    Blick über die Adria

Die heutigen 3 Sonnenstunden habe ich genutzt, um einmal über die Adria zu schauen.
Ich konnte immer schnell ins Auto huschen, wenn ein Regenschauer herab prasselte.

 

Adriablicke bei Sibenik und Primošten

Rundweg um die Altstadt

 

 

Halt in Primošten

Wenn man auf dieser Strecke unterwegs ist, sollte man eine Kaffeepause hier an diesem Ort machen. Wunderschöne Promenade mit vielen Gaststätten und Bars. Attraktive Altstadt mit der typischen Lage auf einer Landzunge.
 

 

 

Wasserspiele der Krka

 

Am Paklenica Fluß

 

 

25.05.2016   Nationalpark Paklenica

Das sind nicht die Wasserspiele der Krka, sondern die des Paklenica Flusses im gleichnamigen Nationalpark. Ein Besuch dieses Gebirges hat sich gelohnt. Die Wanderungen waren zum Teil schweißtreibend, da ich u.a. einen Berg hochstieg mit 600m Höhenunterschied mit dem festen Glauben, einen Gipfelblick zu erleben. Als die Serpentinen immer enger wurden, endete der Weg vor der Höhle „Manita peć“. Und da es heute Mittwoch vor 13 Uhr war konnte ich eine Führung miterleben, denn im Mai gehts in der Woche nur am Mittwoch. Es war schon ein interessanter Zufall! Diese Höhle ist die einzige, die für Besucher mit einem Führer geöffnet ist.

Die Höhle ist reich an Höhlenbildungen oder Speläothemen. Diese unterscheiden sich nach Form und Entstehungsweise. Die häufigste Form von Speläothemen, welche in der Manita peć zu sehen sind, sind Stalagmite, Stalaktite, Tropfsteinsäule (Stalagnate) und Höhlensinter. Einige von ihnen wurden nach ihren interessanten Formen genannt (zum Beispiel Helm, Orgel und Hexe). Da ich locker angezogen war, freute ich mich nach dem Rundgang mit konstant 9 Grad in der Höhle wieder auf die Sonne.

Bei dem geruhsamen Abstieg passte alles: Der Stand der Sonne und die Tageszeit mit den Lichtverhältnissen. Somit wurde der Gang zurück sehr Foto intensiv.

 

Blick auf Skradin

 

 

26.05.2016   Abschied vom Krka

Und da es so ein fantastisches Morgenlicht war, habe ich noch mal Halt gemacht in Skradin.
Beim Bäcker gab es Klekselkuchen und frische Pfankuchen mit Marmelade. 

 

 

 

27.05.2016

Der erste Tag in den Plitvicer Seen

Die Fahrt gestern verlief problemlos. Die Straßen in Kroatien sind einfach Klasse. So wie ich hatten viele das Tagesziel.
Nachdem ich das Camp Korana gefunden hatte, meine Hütte bezogen und meine Sachen verstaut hatte, inspizierte ich das Campgelände. Campingwagen sind international vorhanden. Das Gelände ich sehr gepflegt und weiträumig. Da meine Buchung mit Frühstück ist, suchte ich den Ort der morgentlichen Pflege des Magens. Es war das Restaurant, sauber und gepflegt mit 4 Sterne Niveau. Heute Morgen konnte ich das Frühstück schon genießen.
Außerdem gibt es einen Kaufladen mit allem Notwendigen, eine große Informationsstelle und neben dem großen Restaurant auch noch eine Kaffebar - was will man mehr!
Jeden Tag fährt ein Shuttelbus für Campbenutzer morgens zu den Eingängen des Nationalparks und nachmittags wieder zurück, da das Camp ca. 3 Kilometer entfernt ist.
Außerdem hatte ich, wer weiß warum, keine Handtücher eingepackt. In dieser Hütte waren keine dabei. Ich bekam freundlich zwei, da ich nach dem ersten acht stündigen Marsch durch die Seen echt das Bedürfnis hatte zu duschen.

Teilweise fantastisch die Übergänge von einem See in den anderen. Wie im NP Krka finden wir viele Wasserfälle.
Neben Kroaten, Deutschen, Engländern, Italienern, Östereicher und Tschechen - die ich so feststellen konnte - waren hunderte Koreaner, Chinesen und Japaner zwischen den Seen heute unterwegs.

 

Die ersten Eindrücke

 

 

 

28.05.2016   Abendrundgang obere Seen

Nachdem gestern die Lage gepeilt wurde, ging es heute darum, die gefundenen Schönheiten günstig abzulichten. Heute habe ich vom Eingang Süd eine Spättour am Nachmittag gemacht. Es waren merklich weniger Menschen unterwegs. Schaut man genau hin, findet man überall versteckte Plätzchen für eine Stativaufnahme, ich glaube, schon vielfach benutzt. Da traut sich auch nicht jeder hin ... Auch fand ich die Möglichkeit neben den Holzsteg, der fürchterlich wackelt beim Begehen, das Stativ in das fließende Wasser zu stellen, sehr hilfreich.

 

 

 

 

 

29.05.2016   Morgenrundgang obere Seen

Heute war ich beinahe der erste auf dem oberen Parkplatz. Dieser macht um 7 Uhr auf und um 7:05 Uhr stand ich an der Schranke. Da auch der Kapitän an der oberen Fähre mich "freundlicherweise" gleich alleine übersetzte, war ich schon gegen 7:30 Uhr in dem oberen Seenbereich. Ich konnte ganz in Ruhe meine Fotoausrüstung ausreizen und Motive zu finden war nun wirklich nicht problematisch. Als dann die ersten Gruppen von Japanern, Chinesen und andere auftauchten, machte ich mich auf den Rückweg. Die Sonne stand derweil auch zu hoch, um noch brauchbare Fotos zu schießen.

 

 

 

 

30.05.2016   Die Fotoreise wurde beendet

Interessante Augenblicke konnte ich während dieser Reise bei bestem Fotowetter festhalten.

Da das Wetter sich aber nun stark verschlechterte, ich auch genug Wasserfällen in den letzten Tagen abgelichtet hatte, wurde heute die Rückreise geplant und angetreten.

© Bernd Richter

 

 

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